WIWP Was ist wo passiert? Ein Kurzkrimi. Heidschnuckenweg Etappe 6 von Bispingen via Luhequelle und Heide Park nach Soltau

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Was ist wo passiert?
Ein Kurzkrimi.

Heidschnuckenweg Etappe 6 von Bispingen via Luhequelle und Heide Park nach Soltau

Von Michael-A. Rieck

Wir wollen heute auf dem Heidschnuckenweg nach Soltau wandern und sind spät dran. Es ist kurz nach 18 Uhr als wir in Deimern an der Bushaltestelle starten.
Der Weg der noch vor uns ist, ist einfach abzuwandern. Hat aber doch noch 10 Kilometer und von daher heißt es nun zügig wandern. Wir überschreiten erst einmal die Kreisstraße 3 und gehen geradeaus auf einem asphaltierten Feldweg. Der Asphalt endet bald und wir gehen weiter auf einem guten Kiesweg. Bis auf der linken Seite ein abgezäuntes Gelände auftaucht. Es ist das Gelände auf dem Erdgas aus einer Tiefe von 4.800 m gefördert wurde und nun stillgelegt wurde. Unser Weg verläuft weiter geradeaus und verändert sich, nämlich zu einem Waldweg. Klar der gut ausgebaute Kiesweg wird nicht mehr gebraucht, die Zufahrt haben wir bereits hinter uns gelassen und es ist ein Forstweg der mit schweren Fahrzeugen befahren wird. Denn immerhin haben hier die Fahrzeuge bzw. deren Reifen ganze Arbeit geleistet. Es gibt tiefe Furchen und wir müssen aufpassen wo wir hintreten. Denn es sind auch viele Pfützen und nasse Furchen vorhanden.
Aber auch dieser Weg hat ein Ende und der nächste geht links ab und sieht schon wesentlich besser aus. Der Wald steht links und rechts des Weges auch schon viel schöner da, als vorhin. Und so geht es viel schneller, als gedacht diesen Weg entlang und der Wald endet schon wieder.

Wir wandern weiter auf einem festen Sandweg und sehen auf der linken Seite die Ausläufer des Freizeitparks. Denn wir können hinter kleinen Bäumen und Büschen die entsprechenden Ferienhäuser entdecken, außerdem ist ein hoher Zaun hier herum gezogen worden.
Weiter geht es und wir sehen vor uns die letzten Autos weg fahren, vom Parkplatz des Heide Parks. Angekommen an diesem riesigen Parkplatz wandern wir links auf Asphalt bzw. auf einer Rasenfläche entlang. Nach ein paar Metern führt der Weg nach rechts. Es ist eine Asphaltbahn die rechts und links für parkende Fahrzeuge gebaut worden ist. Wir freuen uns, dass es bereits so spät ist, denn daher laufen wir nicht durch die parkenden Autos hindurch.
Die Reihe endet und der Weg führt weiter geradeaus. Links ist ein mehrstöckiges Gebäude zu sehen, mit ein paar Kunst- bzw. Comicfiguren auf dem Dach und davor stehend. Wir sehen uns diese kurz aus der Nähe an und weiter geht’s. Der Weg wird zu einem Fußweg, links können wir in den Freizeitpark hinein sehen und vor uns taucht der Eingangsbereich auf.

Heide Park

Bis wir auf einmal bemerken, dass ein Wagen der Wildwasserbahn oben steht. Wir denken zunächst einmal, dass der Wagen dort oben immer steht, wenn der Park geschlossen ist. Aber dann bemerken wir, dass dort auch eine Person im Wagen noch sitzt. Nur die Person bewegt sich nicht, sie sieht leblos aus. Oder ist es eine Puppe? Nein, denken wir, mit dem Kopf vorn über gebeugt, dass kann keine Puppe sein.
Wir versuchen am Haupteingang eine Person im Park aufzuspüren, aber nein, es ist niemand mehr zu sehen. Also, rufen wir die Polizei an.
Der Polizist am Telefon, sagt uns, dass er seine Kollegen bereits losgeschickt hat und auch ein Rettungswagen mit Notarzt zu uns unterwegs ist.

Was ist wo passiert?

Die Polizei ist zuerst am Haupteingang und steht etwas irritiert vor uns. Denn sie waren der Meinung, dass dieser Eingang noch geöffnet sei. Aber so kommen sie leider auch nicht auf das Gelände. Der eine Polizist greift zu seinem Funkgerät und will mit der Zentrale klären, was sie machen können. Da kommt auch schon der Notarztwagen an, der Fahrer steigt aus und meint ihm hinter her.
Der Polizei-, Notarzt- und Rettungswagen fahren weiter zum Personaleingang. Denn dort ist noch jemand. Alle drei Fahrzeuge sind einen Moment später auf dem Gelände unterwegs. Sie halten an und es sind stimmen für uns zu vernehmen.
Der Mensch kauert immer noch in seinem Wagen auf dem höchsten Punkt der Wildwasserbahn.

Wieder hält ein Fahrzeug bei uns an, ein Mann steigt aus mit einem Schlüssel in der Hand und fragt uns: „Sind die Polizisten bereits hier?“ Wir bejahen das und schildern ihm in kurzen Worten die Situation. Während dessen schließt er bereits ein Tor zum Park auf und bittet uns herein.
Auf dem Gelände angekommen sehen wir, wie ein Mann, der Notarzt und ein Rettungssanitäter auf der Wildwasserbahn umher kraxeln. Angekommen bei dem Fahrzeug zeigt der Notarzt, nachdem er seinen Patienten untersucht hat, sofort seinen Daumen hoch. Was, wie uns später gesagt wird, zu bedeuten hatte, dass die Person dort oben noch lebt.
Wir gehen mit dem Mann, der sich uns als Geschäftsführer vorgestellt hatte, weiter in Richtung der Wildwasserbahn.

Angekommen an dieser, läuft die Bahn auch schon wieder, nur der Wagen steht immer noch oben an seinem Punkt fest. Es ist mittlerer Weile der Notarzt und der Rettungssanitäter mit im Wagen und der Patient wird untersucht. Mit dem Mitarbeiter, der mit hoch gekommen war, wird gesprochen. Der meldet sich mit seinem Funkgerät und sagt: „Die Person lebt, aber sie müsse herunter transportiert werden.“ Es folgt eine kurze Besprechung und der Notarzt ist der Meinung, er wolle es gerne in dem Wagen versuchen.
Und schon setzt sich der Wagen mit den insgesamt 4 Personen in Bewegung. Die Kante kommt und der Wagen rutscht herunter. Unten angekommen ergießt sich ein Schwall mit Wasser über den Wagen. Nun warten wir gespannt auf die Ankunft.
Der Patient wird ausgeladen, auf eine Trage gelegt und jetzt genau untersucht vom Notarzt. Der Patient ist ein Mann, etwas herunter gekommen sieht die Kleidung aus und schon wird vermutet, dass dieser Mann hier übernachten wollte.
Was für eine Idee, ein Mann hat kein Geld für seine Kleidung, aber genügend um den Eintritt hier zu bezahlen. Und der Geschäftführer meint, dass so ein Mensch nicht herein gelassen wird, auch wenn der Eintritt bezahlt ist.

Also, gut, wieder zurück zum Patienten und dem Notarzt der ihn untersucht. Der Notarzt sagt, dass der Patient nur ohne Bewusstsein ist und auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus eingeliefert werden müsste. Die beiden Rettungssanitäter transportieren den Mann zu ihrem Wagen, der Notarzt steigt auch ein und der Rettungswagen fährt los.
Die Polizisten kommen auf uns zu und stellen uns Fragen. Wir erklären den Beiden, was wir beobachtet hatten und dass wir daraufhin den Notruf abgesetzt hatten. Der Geschäftsführer meint, wozu investieren wir denn in hochwertige Aufzeichnungstechnik und verschwand mit einem Polizisten.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, die Kriminalpolizei ist auch schon eingetroffen, kommen die Zwei wieder zu uns zurück. Der Polizist erklärt nun seinen Kollegen, natürlich auch denen von der Kripo, wie der Mann auf das Gelände des Freizeitparks gelangen konnte.

Er hat sich beim Pförtner vom Personaleingang durchgeschlichen und zwar kurz bevor die Kollegen in ihren wohlverdienten Feierabend verschwinden wollten. Hat sich dann, als normaler Besucher verhalten. Bis zum dritten Mal eine Durchsage kam, dass es jetzt Zeit sei den Park zu verlassen. Denn mittlerer Weile waren alle Fahrgeschäfte und Imbisse geschlossen worden.
Der Mann ging durch den zugehängten Eingang der Wildwasserbahn und wartete da eine gewisse Zeit. Dann setzte er sich in eine Bahn, betätigte den Hebel für die Abfahrt und er fuhr los.
Bis er oben angekommen war, dort war er aber schon ohnmächtig und außerdem fehlte eine weitere Betätigung des Bodenpersonals am Hebel, damit er wieder runter rutschen konnte.
So kam es, dass wir am Park vorbei gingen und diese Person gesehen haben.

Also, WIWP „Was ist wo passiert?“, ein Mensch mit zu wenig Geld möchte gerne diesen Park besuchen und schleicht sich zum Feierabend auf das Gelände und fällt bei der ersten Fahrt, die er machen wollte, in Ohnmacht.

Heide Park

Erschienen bei:
FWSpass.de, Michael-Arthur Rieck, D-24358 Ascheffel

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Heidschnuckenweg Etappe 6 von Bispingen via Luhequelle und Heide Park nach Soltau

Mehr zum Lesen: Short Story

Die Etappe zum Wandern:
HEIDSCHNUCKENWEG Etappe 6 von Bispingen via Luhequelle und Heide Park nach Soltau