WIWP Was ist wo passiert? Ein Kurzkrimi. Harzer-Hexen-Stieg Etappe 3 von Torfhaus nach Drei Annen Hohne

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Was ist wo passiert?
Ein Kurzkrimi.

Harzer-Hexen-Stieg Etappe 3 von Torfhaus nach Drei Annen Hohne

Von Michael-A. Rieck

Wir wollen zum Brocken hoch wandern. Es geht von Torfhaus los. Wir wandern der Ausschilderung nach, in Richtung des „Götheweg“ zu erst an der Bundesstraße B 4 entlang. Ein paar Meter abseits geht es sich wunderbar, bis der „Götheweg“ erreicht ist. Wir gehen links auf dem „Götheweg“, vorbei am Wanderheim Torfhaus. Weiter wandern wir rechts auf dem Wanderweg, bis links herunter eine Treppe führt. Diese gehen wir herunter und weiter geht es auf einem Holzsteg durch das Torfhausmoor hindurch.
Entlang eines Wasserlaufes, einem Graben der zum Oberharzer Wasserregal gehört, führt der Weg weiter. Bis ein Bachlauf von rechts kommt und hieraus der Graben befüllt wird. Wir gehen weiter, queren die ehemalige Grenze, bis es nur rechts herunter geht oder links herauf. Und dazu ist es noch ein Plattenweg – Kolonnenweg – der für die Grenzer gebaut wurde, damit diese mit dem Auto die Grenze sichern konnten. Da wir hoch wollen, gehen wir links und zwar steil gerade aus hoch auf einem Plattenweg.
Bis wir vor uns einen Schienenstrang erreicht haben und der Weg etwas lieblicher diesem folgt.

Es geht zum Brocken weiter hoch. Immer ein bisschen, dafür stetig. Das was fehlt, neben uns gibt es Eisenbahnschienen, ist der Zug, der hier entlang fährt.
Plötzlich hören wir aus der Ferne ein Schnaufen, das bedeutet die Dampflok bringt mal wieder neue Leute auf den Brocken hoch. Das Schnaufen wird lauter. Und schon sieht man ihn. Alle Wanderer bleiben stehen, egal ob sie zum Brocken hoch wollen oder ob sie herunter gehen. Alle bleiben stehen. Die einen holen ihren Fotoapparat schnell aus der Tasche heraus, während die Anderen einfach nur da stehen und staunen. Bevor wir es verstanden haben, ist der Zug bereits an uns vorbei gedampft. Dafür bleibt jetzt die Zeit darüber gemeinsam zu sprechen.
Und plötzlich ist ein lautes Quietschen zu hören, dann kommt ein lautes Hupen dazu. Und jetzt ist es total leise. Es hörte sich an, als hätte die Brockenbahn eine sehr scharfe Bremsung gemacht.

Was ist wo passiert?

Wir gehen schnell oder laufen in die Richtung, woher das Geräusch, der Lärm, herkam. Wir sehen aus der Ferne den Lokführer von seiner Dampflok herunter klettern. Und wir kommen langsam dem Zug näher. Die Passagiere sind total in Aufregung, wegen der scharfen Bremsung. Die der Lokführer veranlasst hatte.
Ein Mountainbiker rollt den Berg, auf seinem Fahrrad, herunter. Das heißt, bei genauem hinschauen, fällt auf, dass er noch ein Mountainbike mit Pedelec-Unterstützung rechts neben sich mit sich führt. Aber wir machen uns erst einmal keine Gedanken um dieses merkwürdige Schauspiel. Denn jetzt gibt es Anderes.
Der Lokführer ruft plötzlich ganz laut: „Sch….!“
Wir kommen bei ihm an und sehen regungslos eine männliche Person auf dem Gleis vor der Dampflok liegen.

Der Lokführer ist voller Aufregung und ruft oder schreit sogar: “Ich bin nicht über ihn gefahren.”
Ein Fahrgast, der gerade aus dem Zug steigt, ruft: „Ich bin Arzt!“ Und läuft in Richtung der Lok. Dort angekommen meint er, ganz kurz: „Der ist tot.“ Aber wieso liegt ein toter Mann auf den Schienen der Brockenbahn. Es sieht ganz so aus, als wollte der Mann sich selbst töten. Mit Hilfe der Brockenbahn versteht sich. Aber diese ist nicht über ihn gefahren. Es führt kein Weg von den Schienen weg, so dass man annehmen könnte, er wäre gestürzt. Nein auch diese Version ist keine Erklärung. Und dann fällt uns der Mountainbiker wieder ein. Der den Berg mit zwei Rädern herunter rollte. Und wo noch zwei Blondinen, die wirklich so aussahen, laut lachend an der Seite standen. Und die eine zur anderen sagte: „Ha, ha, ein Mountainbiker mit Pedelec, ha, ha.“ Dazu waren diese beiden Blondinen nicht wirklich für eine Wanderung angezogen, denn sie hatten beide Turnschuhe an, dazu jeweils ein Shirt mit einem großen Ausschnitt und dann die eine in einer kurzen Hose, während die Andere eine Jogginghose an hatte. Sie sahen aber nicht so aus, als wären sie zum Joggen hier. Denn dafür hatten Beide doch zu viel Make-up im Gesicht.
Also, war es der Mountainbiker, der mit zwei Fahrrädern den Berg herunter rollte. Oder waren es doch die Blondinen. Oder war es noch jemand Anderes, der den Toten auf die Schienen der Brockenbahn gelegt hatte.

Brocken

Es dauerte nur noch einen kleinen Moment und der Rettungswagen kam an. Im Schlepptau fuhr im ein Peterwagen (ähm Polizeiwagen) hinter her.
Die Rettungssanitäter stellten dann auch sofort den Tod des Mannes fest und die Polizeibeamten nahmen die Befragung auf. Schon sehr schnell kamen sie zu dem Entschluss den Radfahrer suchen zu wollen, während dessen sollten auch die Blondinen gesucht werden. Das bedeutete, dass wir die Blondinen in Empfang nehmen sollten, während die Beamten mit ihrem Auto die Verfolgung des Radfahrers aufnehmen wollten.
Die beiden Frauen kamen sehr bald schon an der Brockenbahn an und der Lokführer meinte, dass die Beiden doch am Besten im Zug einen Platz einnehmen könnten. Denn der Zug leerte sich dann doch rasch, nachdem bekannt wurde, dass es doch mehrere Stunden noch dauern könnte. bis dieser wieder seine Fahrt fortsetzen würde.

Die Polizei kam schon sehr bald wieder zurück, mit dem Mountainbiker. Der in seinem kompletten Outfit, als Radfahrer ausstieg. Dazu viel es den Anwesenden auch auf, dass der tote Mann, der noch immer auf dem Gleis vor der Brockenbahn lag, auch so ein Outfit an hatte. Allerdings war dieser dann doch etwas beleibter, als der Andere.
Die Befragung der beiden Frauen ergab keinen Zusammenhang mit dem Toten. Insbesondere die Kleidung der beiden Frauen war total anders, als die des Toten.
Also wurde der Fahrradfahrer befragt und es schien so als ob er der Verdächtigte sei. Der den Tod eines Menschen auf seinem Gewissen hat. Die Aussagen des Radfahrers waren doch etwas dürftig und die beiden Polizisten beschlossen, auf die Mordkommission zu warten.

Schon sehr bald kam denn dann auch die Spurensicherung an und wurde sehr bald darauf aufmerksam, dass dem Toten doch ein Fahrrad fehlen würde. Und die Mordkommission, die dann auch eintraf, hörte diesen Ausspruch gerade noch und sie waren sich sofort sicher, dass der Tote vom Mountainbiker auf die Gleise gelegt wurde. Um diese Tat dann als Selbstmord zu vertuschen.
Daraufhin wurde der Radfahrer in die nächste Polizeidienststelle verfrachtet. Um dort dann die Wahrheit von ihm zu erfahren.
Der Mountainbiker gab dann auch die Tat zu.

Er habe seinen Mitfahrer, der bergauf nur am rum meckern war, dass der noch lebende viel zu langsam hoch fahren würde, um den dann bergab von ihm zu hören, dass er viel zu schnell fährt. Die Schnauze voll gehabt und sei stehen geblieben. Darauf meinte der Tote, was das denn solle, er solle sich nicht so anstellen. Daraufhin sei ihm eine Sicherung durch gebrannt und er habe den Toten eine Faust ins Gesicht geschlagen. Der Tote viel um und er habe keinen Atem mehr gespürt und auch keinen Puls mehr verspürt. Weshalb er den Toten dann auf die Schienen der Brockenbahn gelegt hatte. Nun musste er nur noch schnell weg kommen. Das sei dann schief gegangen.

Also, WIWP „Was ist wo passiert?“, ein Radfahrer schlägt einem anderen Radfahrer ins Gesicht und der fällt dann Tot um.

Brocken

Erschienen bei:
FWSpass.de, Michael-Arthur Rieck, D-24358 Ascheffel

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Harzer-Hexen-Stieg Etappe 3 von Torfhaus nach Drei Annen Hohne

Mehr zum Lesen: Short Story

Zur Etappe zum Wandern:
HARZER-HEXEN-STIEG Etappe 3 von Torfhaus über Brocken nach Drei Annen Hohne