WIWP Was ist wo passiert? Ein Kurzkrimi. Harzer-Hexen-Stieg Etappe 1 von Osterode nach Clausthal-Zellerfeld

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Was ist wo passiert?
Ein Kurzkrimi.

Harzer-Hexen-Stieg Etappe 1 von Osterode nach Clausthal-Zellerfeld via Buntenbock

Von Michael-A. Rieck

Wir wollen die nächsten Tage den Harzer-Hexen-Stieg entlang gehen. Dafür sind wir nach Osterode gereist. Nach einer angenehmen Nacht beginnen wir nun diesen bekannten Wanderweg am Startpunkt.
Der Ausgangspunkt ist auf einem großen Parkplatz am Ortsrand, aber auch nicht so weit am Rande. Wunderschön gemacht mit einer Art überdachten Haltestelle oder Wartehäuschen. Schön eben gehen wir los und queren die erste Straße. Jetzt zeigt ein Wegweiser nach recht und es geht steil eine Anwohnerstraße hoch. Über die Tunnel-Einfahrt oder –Ausfahrt der Bundesstraße 241 gehen wir noch normal, aber der Anstieg hat es in sich.
Doch es sind nur ein paar Meter, bis wir das Ortsendeschild vor uns sehen und die Straße zu einem Schotterweg wird und dieser nur noch moderat ansteigt. Geschafft, in der nächsten Kurve steht eine Pausenbank und wir drehen uns um und haben einen herrlichen Ausblick auf Osterode.

Wir gehen weiter und drehen uns immer wieder um, damit wir den Blick auf den Ort genießen können. Denn der Wald ist vor uns auch schon zu sehen. Und von dort hat man mit Sicherheit keinen Blick mehr. So wird der Weg zu einem Forstweg und es geht immer leicht bergan.
Es kommt die erste Forstwegkreuzung, wir wandern weiter geradeaus. Und nach ein paar weiteren Metern sitzt auf der linken Seite eine Frau aus Holz auf einer Holzbank. Dazu hat sie einen großen Korb auf dem Rücken. Es ist eine Kiepe, das ist ein Tragekorb für den Rücken oder auch der Vorläufer des Wanderrucksacks. Wobei eine Kiepe für den Transport von Waren genutzt wurde und diese im Harz vorwiegend von Frauen transportiert wurde. Bis zu 40 kg an Ware mussten die Frauen mit der Kiepe schleppen und die Männer hatten noch härtere Arbeiten zu erledigen, denn die Waren unter Tage im Einsatz im Bergbau oder in den Dörfern in einen der zahlreichen Hütten.
Es geht weiter und als nächstes steht eine Forstwegkreuzung in unserer Beschreibung, hier geht es links ab. Außerdem gibt es hier ein Köte zu besichtigen. Eine der wenigen die es noch gibt. Denn einst wurden diese Holzhütten vom jeweiligen Köhler bewohnt. Der diese dann in unmittelbarer Nähe befindlichen Köhlenmeiler beaufsichtigte. Um hierin Holzkohle für die Verhüttung von Erzen zu produzieren. Heute wird diese Köte als Schutzhütte für Wanderer genutzt und einen vielen Dank für den Wideraufbau nach einem Brand den es hier vor kurzem gegeben hat.

Lerbach

Der Weg führt uns links entlang und es geht mal wieder leicht den Berg runter. Bis dieser Forstweg auf einen anderen Forstweg stößt und wir weiter nach rechts wandern.
Links kann man immer mal wieder ins Tal herunter schauen. Rechts geht es dafür noch den Berg hoch. Aber der Weg schlängelt sich erst einmal auf der selben Höhe dahin. Es führen immer wieder kleine Wanderpfade links herunter oder herauf. Bis wir zu einem besonderen Aussichtspunkt gelangen.
Denn es ist ein sehr großer Bilderrahmen aufgebaut worden. Mit einem einmaligen Blick hindurch. Weit in die Landschaft herein können wir hier sehen. Es ist viel Wald, aber auch ein Steinbruch in unmittelbarer Nähe zu erkennen. Sehr schön, was uns hier geboten wird.

Aber wir wollen weiter, denn es ist noch ein ganzes Stück heute zu wandern. Und außerdem steht als nächstes der Marienblick, danach der Ackerblick, der Antonsblick und der Dorotheenblick zu bewundern. Mal schauen welcher Blick der schönste Blick denn dann wird. Also auf zum Marienblick und dort wird unsere erste Pause stattfinden.
Wir kommen an und sind erstaunt über den Blick. Es steht dort eine große Schutzhütte mit Aussicht über das Tal. Zudem ist dort ein Skilift aufgebaut, der aber jetzt Pause macht. Und es ist ein Teich unten im Tal zu erkennen. Sehr schön, so sehen es auch andere. Denn es sind ein paar Herren bereits in der Schutzhütte und machen hier eine Pause. Nun gut die Sonne scheint und wir setzen uns auf die andere Seite auf ein kleines Stück grüne Wiese. Wir packen unser Pausenbrot aus und hören wie die Männer dann doch wohl aufbrechen wollen.
Sie starten wieder ihre Wanderung, wir grüßen uns noch einmal kurz zu und wir wollen dann auch noch einmal die Schutzhütte aufsuchen um den Blick von dort zu genießen. Also kurz die Sachen zusammen gepackt und herüber gegangen. Schön ist es schon hier, aber nach einer Weile sind wir doch der Meinung, dass uns die Sonne fehlt, die uns doch vorhin so schön auf den Kopf geschienen hat. Also, wieder alles zusammen gepackt und wir können wieder in die Sonne gehen. Beim Aufstehen fällt uns eine Brieftasche oder Portemonnaie auf, die leicht versteckt hinter der Sitzbank liegt. Wir greifen zu und es ist eine Geldbörse. Wir denken diese gehört einem der Männer und sagen uns, die können wir noch einholen. Aber erst einmal schauen wir in das Portemonnaie und entdecken dabei, dass es keinem Mann gehören könnte, so dick wie es ist. Denn es sind zahlreiche Quittungen und anderes hier drinnen. Nun wenn es keinem Mann gehört, dann können wir doch draußen in der Sonne in Ruhe nach schauen, wer der Eigentümer dieser Geldbörse ist.

Was ist wo passiert?

So gehen wir wieder an den Platz zurück, den wir vorher besetzt hatten und schauen in das Portemonnaie in Ruhe herein.
Es gehört einer Frau, wie wir bereits vermutet hatten. Denn es ist auch eine Brieftasche, nämlich es ist auch der Personalausweis, Führerschein und Fahrzeugpapiere hier drinnen. Nun gut, dass wissen wir jetzt. Wir sehen noch weiter nach und finden Bargeld, ec-Karte und Kreditkarten. Also, es ist nicht geklaut worden, sondern es ist vergessen oder verloren worden. Aber, was machen wir jetzt mit der Geldbörse. Wir beschließen es mitzunehmen und heute Abend auf der Polizeistation in Clausthal-Zellerfeld abzugeben. Vielleicht ist es der Eigentümerin dann auch bereits aufgefallen und sie hat es als verloren bei der Polizei gemeldet.
Aber uns kommt noch der Gedanke in den Sinn, vielleicht hat die Dame hier im innern auch eine Visitenkarte liegen. Und ja, es gibt eine Visitenkarte, d.h. nicht nur eine, sondern ein paar. Denn der Name und die Anschrift stimmen mit dem Personalausweis überein. Und es ist auch eine Mobilfunknummer auf der Visitenkarte notiert. Also das Handy aus der Tasche geholt und die Telefonnummer gewählt. Es klingelt dreimal und noch einmal und noch einmal. Dann hören wir eine Frauenstimme, die „Hallo“ sagt, wir melden uns mit Vor- und Nachnamen und fragen nach ihren Namen. Sie fragt uns, weshalb wir das wissen möchten und wir erklären, dass wir ein Portemonnaie gefunden haben, welches einer Frau gehört. Darauf sagt sie uns ihren Namen und wir wissen damit, dass wir sie zumindest telefonisch gefunden haben.

Sie erklärt uns, dass sie mit einer Freundin den selben Weg abgeht wie wir, nur dass sie eine Stunde vor uns sind, aber sie wollen auf uns warten.
Nun machen wir uns wieder auf den Weg, in Richtung unseres Zielortes und zu den beiden Frauen, die auf uns warten.
Es geht erst einmal wieder ein paar Meter hoch, auf einem Forstweg. So zieht es sich bis wir oben am Bärenkopf angekommen sind. Aber eine Aussicht hat man hier leider nicht, dafür gibt es hier Figuren zum Ansehen. Ab jetzt verläuft der Weg, es ist nach wie vor ein Forstweg, auf der selben Höhe. Es geht ein paar Meter herunter und nach der nächsten Biegung dafür wieder hoch. So, dass wir immer wieder auf denselben Höhenmetern uns bewegen. Dann sehen wir in Entfernung ein Auto am Wegesrand stehen. Es ist das Fahrzeug eines Försters, wie wir an der Beklebung erkennen können. Aber vom Förster ist nichts zu sehen. Bis wir wieder ein paar Meter später, rechts aus dem Unterholz ein paar Geräusche hören. Und siehe da, es ist der Förster. Er markiert hier Bäume die gefällt werden sollen.

Etwas später kommt der Ackerblick, gefolgt vom Antonsblick, beide gewähren eine schöne Fernsicht. Nur der Dorotheenblick zeigt sich nicht als Ausblick. Zumindest von diesem Forstweg aus bleibt uns dieser Ausblick verwährt. Dafür steht ein Wegweiser und dem folgend ein Wanderpfad zur Verfügung um diesen Blick zu erhaschen. Aber wir gehen weiter, denn zwei Frauen warten auf uns.
Somit kommt denn dann eine Forstwegmündung, wir gehen links und gleich wieder rechts, dann einem Wanderweg und der Wegweisung folgend. So langsam müssten wir denn mal die beiden Frauen antreffen, die auf uns warten. Sonst sind wir bald an unseren Zielort angekommen. Gesehen hatten wir zwar Menschen, das waren allerdings 3 Personen und davon waren 2 Männer.
Und schon sitzen 2 Frauen auf einer Pausenbank. Wir erkennen sofort die eine der beiden wieder. Es ist die Dame, die ihr Portemonnaie verloren hat. Sie ist sehr verwundert, dass wir sie mit Namen ansprechen und wir erklären ihr, dass wir die Finder sind.

Sie ist absolut erfreut und wir beschließen, dass wir den restlichen Weg doch zusammen gehen. Es kommt eine sehr gute Unterhaltung zustande und die Zeit und der Weg vergehen wie im Fluge.
Wir werden heute Abend noch zum Essen eingeladen und freuen uns gemeinsam, dass wir uns kennen gelernt haben.
Den weiteren Weg gehen wir in den nächsten Tagen, dann gemeinsam ab. Und achten bei jeder Pause darauf auch alles wieder mitzunehmen, was uns gehört.

Also, WIWP „Was ist wo passiert?“, eine Frau verliert bei einer Pause die Geldbörse und dadurch lernt man Menschen kennen.

Ackerblick

Erschienen bei:
FWSpass.de, Michael-Arthur Rieck, D-24358 Ascheffel

pdf-Datei zum Download:
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Harzer-Hexen-Stieg Etappe 1 von Osterode nach Clausthal-Zellerfeld via Buntenbock

Mehr zum Lesen: Short Story

Zur Etappe zum Wandern:
HARZER-HEXEN-STIEG Etappe 1 von
Osterode via Lerbach und Buntenbock nach Clausthal-Zellerfeld